Die Romantikkomödie „Verliebt und Ausgeflippt" ist ein kleiner, aber feiner Film von Regisseur Rob Reiner aus dem Jahr 2010. An diesem Film gefällt mir, dass er diesen nostalgischen Coming-og Age Charme so toll übermittel, ähnlich wie bei „Stand by me", und echt wiedermal große Laune macht.
Das fängt schon mit dem tollen Setting aus Mitte der 1950er Jahre an, bei dem einfach jedes Ausstattungsdetail stimmt. Als Juli zum ersten mal den Nachbarsjungen Bryce sieht, ist es um sie geschehen, denn von nun an will sie das Herz des Jungen gewinnen. Aber Bryce hält das hübsche Mädel nur für nervig. Was auch noch ein Problem ist, die Familien der beiden leben in verschiedenen Welten. Also Juli hat es nicht leicht, dennoch gibt sie den Kampf um ihren Prinzen nicht auf.
Ohne in schwarz/weiß-Stereotypen zu verfallen, werden hier zwei Familien einander gegenübergestellt, von denen die eine (die des Jungen) ziemlich spießig drauf ist und die andere (des Mädchens) eher jenseits der Konformität agiert (mit allesamt fein gezeichneten Charakteren, wie auch die untypisch Diametralen, z.B. die des großmütigen großvaters; solche eben, die alles wieder etwas durcheinander bringen). Natürlich muss es zwischen den zwei Kids dann mal so etwas wie Liebe geben. In den vielen schönen kleinsten Szenen liegt hier die Spannung, das Doppel-Erzähl-Element ist raffiniert umgesetzt und erinnert an den modischen Split-Screen dieser Zeit. Auf Verhaltenspsychologie wurde viel Wert gelegt und die ist besonders in den vielen Situationen der köstlichen Peinlichkeiten besonders gelungen. Das Herz des Zuschauers wird natürlich mit den großen Melo-Affinitäten (plus etwas Poesie und Philosophie) immer wieder schön bedient. Ausgediente Schauspielerinnen, wie Rebecca de Mornay und Penelope Ann Miller spielen endlich wiedermal toll und die Songs der legendären Bands wie The Ventures, The Cliffords, The Everly Brothers oder The Crystals steuern den großen Soundtrack bei.
Das besondere an dieser bezaubernden Lovestory ist, dass erst die Szene aus der Sicht von Bryce geschildert wird und dann aus der von Julie, somit wird der Zuschauer tiefer in die Gefühls-und Gedankenwelt der Liebenden mit einbezogen. Nicht zu vergessen sind auch Madeline Carroll und Callan McAuliffe die durch ihr perfektes Spiel den Film glaubwürdig machen. Da die Story Anfang der Sechziger spielt, bekommt man auch noch eine fetzige Untermalung geboten.
Ein gelungener Film über die erste Liebe mit all ihren Schwierigkeiten, bei dem es einem warm ums Herz wird. Wer Juno mochte, wird auch diesen Film lieben.

Schließe mich der Empfehlung sehr gerne an, denn das ist mal ein würdiger Vertreter des Genres der Coming-of-Age-Filme. Auch mir gefällt besonders gut, dass man die Geschehnisse aus 2 verschiedenen Perspektiven zu sehen bekommt, so wie es im echten Leben ja auch zu allem zwei Meinungen gibt: http://www.leselink.de/filme/coming-of-age-filme/verliebt-und-ausgeflippt.html
AntwortenLöschenViele Grüße, Stefanie